Mitten im Eis
Mitten im Eis

Mitten im Eis

Wann hat man das schon einmal? Am Morgen geweckt werden und Schafe sehen. Wir hatten heute das Vergnügen. Neben den Eichhörnchen der letzten Tage besuchten uns heute einige Schafe und grasten vor der Hütte. Alle im Auto verstaut ging es pünktlich los, ganz nach Zeitplan. Vorbei am türkisblauen aber sicher eiskaltem Wasser, entlang des Vagavatnet-Ufers begeben wir uns nach Lom. Hinter traumhafter Bergkulisse steht dort die Stabkirche aus dem 12. Jahrhundert und gleich daneben das Norsk Fjellmuseum. Toll aufbereitet wird die Geschichte der Berge, deren Pflanzen- und Tierwelt dargestellt, altertümliche Funde und wie sich das Wetter auswirkt. Für die Kinder gabs eine eigene Karte und zur Belohnung ein Tattoo.

Auf diese Weise sind wir ideal in Stimmung um uns Richtung Galdhoppigen, dem höchsten Berg Norwegens mit 2469 Metern zu begeben. Über eine etwas abenteuerliche Straße fahren wir immer höher hinauf, das Tal immer weiter entfernt rücken die Berge sichtlich näher. Bei 1900 Metern finden wir gerade noch einen Parkplatz bei der Juvashytta, Norwegens berühmteste Berghütte und treffen dort unseren Guide Maria. Witzigerweise sind wir die Einzigen, die die Tour gebucht haben. Die Saison ist definitiv vorbei. In zwei Wochen eröffnen bereits die Skilifte und der Regen der letzten Tage kam hier bereits als Schnee an.
Maria führt uns über Permafrost-Boden und mit viel Klugscheißer-Wissen zum Angeben (das wir jetzt haben) zum Eingang einer Eishöhle. Mit wenigen Schritten befinden wir und 6-8 Meter unter der Eisoberfläche und finden eine von Hand erschaffene und mit Skulpturen aus der norwegischen Mythologie versehenen Höhle wieder. Etwas glatt und rutschig und vor allem kalt ist es in dem kältesten Kino Norwegens, in dem uns die Entstehung der Höhle gezeigt wird. Im Anschluss können wir selbst auf Erkundungstour gehen. Wir haben Glück, denn die Höhle wurde 2011/2012 gefertigt und liegt bereits jetzt zum Schutz vor Sonneneinstrahlung unter einem weißen Laken versteckt. Lang wird sie es wohl nicht mehr geben. schon seltsam, wenn man die Klimaerwärmung in solch deutlichen Zahlen vor sich sieht. Bei der Eröffnung war alles aus Schnee, mittlerweile ist der letzte Teil des Weges immer weiter angestückelt worden, denn bis zum Eingang liegt das Eis nicht mehr.
Während wir uns durch die Eiskanäle arbeiten, in denen die jahrtausendalten Fundstücke auch wieder ausgestellt sind (in Kopie und im Eisblöcke eingefroren), erfährt unser Guide in gebrochenem Englisch wie Cold me is in der Höhle und was man in German noch alles so sagt. Eine sehr lehrreiche Tour, für alle von uns.

Nachdem wir das Sonnenlicht und die glücklicherweise warme Strahlung wieder haben, können wir uns aufwärmen und laufen noch zum nahegelegenen Gletscher. Wandernd erkunden wir das Gebiet rund um die Hütte, bis es dann doch Richtung Heimat-Hütte zurückgehen muss. Natürlich nicht ohne das ein oder andere Panorama-Foto. Ein sehr beeindruckender Tag.

3 Kommentare

  1. Ricarda Wolf

    Oh ja, den Rückgang des Gletschereises haben wir in der Schweiz am Rhonegletscher und in der Eishöhle dort schmerzlich erfahren. Unglaublich und bedrückend, wenn man sieht, wie viel Eis in 20 Jahren verschwunden ist! Wir waren zum ersten Mal auch mit unseren Kindern da drin und dann eben 20 Jahre später in einem „Weist-Du-noch-damals-Urlaub“. Da konnten wir sehen, wie viel weiter und abwärts wir gehen mussten, um den Eingang zur Eishöhle zu erreichen. Und alles war auch da mit riesigen weißen Tüchern bedeckt worden, damit es nicht so schnell abtaut.
    Gut, dass Eure Kinder hier die Auswirkungen des Klimawandels sehen können. Eigene Erfahrungen machen klüger.
    Und ich selbst habe bei meinem 1. „Livegletscher“ dann auch endlich die auswendig gelernte Schultheorie kapiert, dass der Gletscher fließt und was die immer mit Seitenmoräne, Endmoräne und Grundmoräne gemeint hatten.
    Habt noch schöne Erlebnisse!

  2. Nicole Zucker

    Sehr beindruckende Bilder von der Höhle und vom Gletscher. Wir sind nun auch wieder zuhause und genießen den Regen in Deutschland.
    Bis bald ihr Lieben, ich lese natürlich weiter.
    Liebe Grüße an alle

  3. Martin

    Silke:
    Hihi. Das mit den Moränen hab ich am Anfang in der Schule auch nicht kapiert. Aber nachdem das bereits Thema in der Schule war, haben wir das unseren Kids auch live und mehr oder minder in Farbe erklärt und gezeigt. Ich glaub, das hat sich eingebrannt. Mittlerweile gibts fast Augenrollern, wenn der Begriff Moräne fällt.
    Für den Klimawandel sind sie, so glaube ich, auch schon sehr sensibilisiert. Es ist natürlich noch einmal etwas anderes, wenn man das nochmal in Metern und Jahren aufgezeigt bekommt.
    @Zuckers: Schön, außer der Regen. Den Rest haben wir im Status mitverfolgt 🙂

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