Am Morgen steht der Kongevegen, der Königsweg, und die Stabkirche von Borgund im Zentrum unseres Ausfluges. Der Königsweg ist einer der berühmtesten Wege in Norwegen und eine Verbindung zwischen Oslo und Bergen und und bereits vor 200 Jahren in Benutzung. Der Abschnitt bei Borgund ist einer der berühmtesten, mit dem Sverrestigen und dem Vindhella ein schöner Rundwanderweg mit viel auf und ab. Zum Abschluss der Runde besichtigen wir die 1180 erbaute Holzkirche. Die ist besonders gut erhalten und eine der ältesten Stabkirchen des Landes. Besonders interessant fand ich, dass in diesen Kirchenbau das Knowhow der Wikinger aus dem Schiffsbau mit einfließt. Klar, die Drachen erkennt man sofort. Aber die Rundbalken innerhalb der Kirche waren wie die langen gebogenen Endstücken der Schiffe aus dem Fuß der Bäume erschaffen und damit besonders stabil und eben gebogen. Außerdem wurden sowohl die Boote als auch die Kirche mit einer Tinktur bestrichen, die unter anderem aus der Asche von verbranntem Holz stammt. Das macht sie besonders haltbar. Überall sind Schnitzereien an den Türrahmen und Wänden. Das ist ein wirklich beeindruckendes Bauwerk.
Frisch gestärkt und ziemlich relaxt brechen wir auf, um erneut den Laerdaltunnel nach Flam zu durchqueren. Entspannt kaufen wir an der Straße noch Blumenkohl und Pflaumen ein und entdecken auf einmal, dass wir bei aller sonniger Entspannung ganz schön knapp dran sind. Zum Glück verläuft die Fahrt problemlos und so finden wir uns gerade rechtzeitig bei der Flamsbana, der Flambahn ein. Die historische und so gelobte Strecke wollen auch wir uns nicht entgehen lassen. So sitzen wir in altertümlich anmutenden Wagons und tuckern die 20 Kilometer von Flam nach Myrdal. Doch kaum haben wir unseren Platz eingenommen, hält unsere Große plötzliche eine fremde Visitenkarte in der Hand… Glücklicherweise hat das Zugpersonal den Besitzer schnell in Erfahrung gebracht und noch bevor wir unser Endziel erreichen, kann diese ihre Karte wieder in den Händen halten. Denn unterwegs hält der Zug neben normalen Bahnstationen auch zum Fotostop am ganzjährig rauschenden Wasserfall Kjosfossen (laut Google, und einer der größten, und und und). Dumm nur, dass da kein Wasser fließt. Häää? Nein, kein Tröpfchen! Nicht mal der kleinste Strahl. Wahrscheinlich sollen Touristen mit einer Inszenierung der Huldra, einer mystischen Frau aus Norwegens Geschichten darüber hinweggetröstet werden… Doof wars trotzdem, irgendwie. Angeblich ist es einer der größten. Vor Wochen habe ich im Reiseführer gelesen, dass viele Wasserfälle mittlerweile zur Stromgewinnung dienen und dass die norwegische Regierung ein Gesetz erlassen hat, nach dem ein bisschen Wasser in den Wasserfällen zurück bleiben soll, um die Touristen nicht abzuschrecken. Offensichtlich greift das Gesetz hier noch nicht. An der Endstation in Myrdal, über 832 m ü.NN trennen sich unsere Wege. Ich fahre wieder zur Talstation, Martin fährt in junger Teenagerbegleitung und jeweils einem Mountainbike ausgestattet zurück ins Tal.
Auf der Heimfahrt legen wir noch einen Fotostop im Rekordtunnel ein und erkunden mit dem Auto noch einige Teile des Kongsvegen. Gut geplättet vom Tag fallen wir in unsere Betten, wohlwissend, dass morgen wieder ein Wechsel der Unterkunft ansteht.
















Ja, in dieser Kirche waren wir auch schon, war wirklich toll.
Da hattet ihr einen schönen Tag.