Die erste Nacht in einer neuen Unterkunft ist gerne mal etwas unruhiger. So auch diese. Und so waren wir froh über ein bisschen Koffein im Kaffee an dem heutigen Morgen. Und dabei war es gestern gar nicht so spät. Entspannt starten wir in den Tag, mit einer Dusche in einer Nasszelle, besagtem Koffein und dem Ausblick auf ein nettes Ausflugsziel. Wir wollen zu einem alten Hof Mini-Tierpark, Kaffee Dings. Ausgestattet mit Essen für den Tag, genügend anzuziehen merken wir schon beim Gang zum Auto, dass es heute morgen zwar frisch aber glücklicherweise windstill ist. Der Weg zur Glittersja Fjellgard wird zunehmend abenteuerlich, aber bereits beim Erreichen des Parkplatzes zeigt sich ein wenig das Panorama.
Leider wird beim Ticketkauf klar, wir sind allein hier und die Besetzung des Hofes ist auch gelinde gesagt dünn. Von dem angekündigten Pony reiten, Tiere füttern, Aktionen rund um den Hof bleibt nur das Elche füttern um 14 Uhr. Ernüchterung bei den Kids und uns. In Norwegen ist seit zwei Wochen wieder Schule, wir sind die einzigsten Gäste. Wir versuchen optimistisch zu bleiben und uns viel Zeit beim Erkunden des Hofes zu lassen. Das Angebot ist allerdings wirklich riesig. Schafe, Ziegen, Hühner, Pfauen, Kaninchen, Wildhasen, Puten und Truthähne, Gänse, Rinder, Elche, Rentiere und ich hab bestimmt noch etwas vergessen. Überall kann man in die Gehege gehen, wenn die Tiere nicht bereits frei herumlaufen. Irgendwann gesellt sich noch eine deutsche Familie zu den Besuchern und damit ist der Tag gerettet. Die Kinder waren glücklich beim gemeinsamen Streicheln, in einem Kletter-Haus, im Bärenwald, Wippen und Hunde streicheln. Und na klar, die Ponys und ein richtiges Pferd sind auch noch dabei.
Die Elchfütterung ist allerdings der Knaller! Mit den wenigen Familien können wir die drei Tiere füttern, sie dabei streicheln und die Geweihe anfassen. Wir lernen, dass die Geweihe im Februar abgeworfen und im März wieder neu wachsen. Die Tiere sind tagsüber zum fressen am Hof, nachts allerdings in der Wildbahn unterwegs. Und dann sehen wir noch dieses süße Ding, ein zwei Wochen altes Elchbaby mit seiner Mama! Sooo süß! Zwischenzeitlich ist der Himmel wieder blau, die Sonne strahlt uns ins Gesicht und wir strahlen glücklich zurück. Wer hätte gedacht, dass dieser Tag so eine Wendung nimmt.
Zurück in unserer Hütte genießen wir die Sonne am nahegelegenen Wasser. Die Kinder trauen sich sogar die Füße in den doch eher kalten See zu stecken. Und kurzerhand wird aus einem Skulpturenstop, bei dem sich Architektur und Kunst treffen (eine Inszenierung aus Glas und eine Art Holzgerüst), zu einem Kinderschock, bei dem Kletterkunst mit der Vertonung von Munchs Schrei interpretiert werden (Holzgerüst erklimmen und aus vollem Halse schreien).
Warum? Keine Ahnung. Kunst geht manchmal seltsame Wege.







