Weiter Richtung Norden
Weiter Richtung Norden

Weiter Richtung Norden

Da war er wieder, der Regen. Die raue Atlantikküste ist nicht mehr ganz so aufgewühlt, wie am Vortag. Beim Frühstück sehen wir sogar ein Segelboot mit gehissten Segeln. Prinzipiell ist heute morgen wieder deutlich mehr auf der Wasserstraße los. Die nette Dame an der Rezeption erzählt noch, dass wir leider wenig Sonne und ruhige See zu Gesicht bekommen haben. Ich versichere ihr, dass das nicht schlimm ist. Ich mochte den aufgewühlten Anblick und den Wellengang. Ich finde, das macht den Anblick attraktiver, markanter. Und mit diesem letzten Regengruß verabschieden wir uns vom dem Blick in die Ferne des Ozeans und begeben uns weiter in den Nordosten, zurück in die Fjordlandschaft und Richtung Trondheim. Glücklicherweise sind wir gut in der Zeit und erreichen unseren geplanten Zwischenstopp exakt nach Plan: In Valsoya, einer Insel im Fjord, hat die hier sehr verbreitete Kletterwaldmarke Hoyt & Lavt (www.hoytlavt.no) einen Kletterpark aufgebaut, inklusive Norwegens höchstem Quick-Jump-Plateau mit 21,5m Höhe und einer Zipline bis an den Fjord mit einer Länge von 280m. Ein Spaß für Martin und die Kids, den ich natürlich festhalten wollte. Dummerweise wird dieser Moment natürlich ausgenutzt. Einmal neu einkleiden bitte, führt zu weniger Kameraaugenmerk bei den einen und mehr Achtsamkeit meinerseits bei dem anderen Kind. Alle haben abgeklettert, was abzuklettern ging. Manche Größeneinschränkungen führte zu etwas Unmut in der Familie, gerade bei den langen oder hohen Elementen, aber am Ende haben wirr passende Alternativen oder besser Herausforderungen gefunden. Dreieinhalb Stunden später sitzen drei ausgepowerte, glücklich drein schauende Gesichter bei Waffeln mit Marmelade und Kaffee in der Sonne und genießen den Fjordblick.

Nach weiteren Kilometern voll von Baggern, Traktoren und Lastwagen erreichen wir Trondheim und unser Hotel. Es gibt Abendessen, Hotelabendessen. Da das Essen gehen hier wirklich wahnsinnig teuer ist, hatten wir bereits in Deutschland vorgesorgt und uns mit mein paar Tassensuppen und Fertignudeln in so Bechern ausgestattet, das man mit einem Hotelwasserkocher auch überleben kann. Heute scheint perfekt dafür zu sein. Ich bin überhaupt kein Freund davon, aber klar, meinen Kindern hats geschmeckt. Warum mach ich mir eigentlich die Platte, was ich jeden Tag koche, mit Gemüse und frisch??? Je ungesünder, umso besser. Mein Sohn meinte noch: „Mama, warum essen wir eigentlich ständig was mit Gemüse?“ – „Du brauchst Gemüse und Vitamine, die sind wichtig für Dich. Jetzt gab es kein Gemüse!“ – „Aber gestern“ – „Nein, da war Fleisch drin.“ – „Echt? Hab ich gar nicht geschmeckt. War auch nur Gemüse!“
Grmpf.

Zur Strafe gabs auch noch Badewanne, mit Haare waschen. Das Mütter immer so gemein sein müssen.

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