Der Morgen beginnt mit Eltern und Kindern in einem Bett. Irgendwie geht das immer, nur fühle ich mich mit zunehmenden Alter gebeutelter, von solch nächtlichen Bettwanderungen. Eine heiße Dusche und einen noch heißeren Kaffee später ist das alles vergessen. Denn heute sind wir in einem Hotel aufgewacht, mit Frühstück, leckerem Frühstück. Jeder bekommt, was er mag. Und die Kinder nehmen es mit dem gut satt essen genau, sehr genau. Mit gut gefülltem Magen können wir das Aquarium (www.atlanterhavsparken.no) noch besser bestaunen. Mit tollen großen Becken zum Fische bestaunen, zum Rochen streicheln, Seesternen und Seegurken kitzeln (die fühlen sich an wie schwabbelige Schnecken oder die Kappe eines glitschigen Steinpilzes). Das Beste war aber die Krabben, die wir mit Garnelen füttern und so aus dem Wasser angeln konnten. Was für ein Spaß. Da waren die Robben und Pinguine nebensächlich. Dann eher noch eigene Staudämme bauen mit Schiebebrettern zwischen großen Steinen. Leider musste die Mittagsshow, in der ein Taucher im Riesenbecken die Fische füttert, Coronabedingt ausfallen. Aber auch so war das Aquarium ein absoluter Erfolg.
Am Nachmittag hielt der Regen unverhofft eine Weile inne. Diese Pause nutzen wir, um den Leuchtturm von Alnes zu besuchen. Der liegt auf einer Insel vor Alesund, mit Blick auf das europäische Nordmeer, quasi den Atlatik. Von hier aus geschwommen, landet man direkt in Island. Aus Interesse haben wir mal die Route nach Hause eingegeben: mehr als 2000 km und über einen Tag weit sind wir von zu Hause entfernt. Kein Wunder, wir fuhren bereits mehr als 3500 km gefahren, trotz Fähre. Auf dem Rückweg erreichen uns die ersten Regentropfen des nächsten Schauers und so fällt der Besuch des Sandstrandes sprichwörtlich ins Wasser.
Nachdem das Hotelleben ein Aussetzen beim Selbstversorgen bedeutet, gehen wir abends noch essen, Fisch, in einem Restaurant aus Hotelempfehlung (www.sjoebua.no). Den Kids haben wir vorsorglich schon vorab etwas zu essen gegeben – man kennt ja seine Pappenheimer… Und so finden wir uns wie Aliens mit unserem Kindern und unseren Touristen-Wind-und-Wetterjacken in diesem schicken Restaurant wieder. Kennt ihr das? Es hat alles wunderbar geklappt, aber eigentlich isst man mit Kindern eher in diesen kinderverträglichen Lokalen (nicht zu schick, nicht zu teuer…) und nicht in so feinen Restaurants, in denen sonst eher die Menschen speisen, die den Lebensabschnitt Kind eventuell noch vor sich oder bereits hinter sich haben. Die Devise lautete bestellen, essen, bezahlen und nicht so viel Aufsehen erregen. Aber, der Fisch war mega lecker! Das hat sich definitiv gelohnt.
Und während ich nun diesen Beitrag schreibe und das erste Kind schläft, isst meine Familie kostenlos in der Hotellobby übrig gebliebenes, süßes und wohl ziemlich köstliches Gebäck zum Nachtisch… So gab es doch noch eine kulinarisches Highlight für die Kinder. Familienfrieden wieder hergestellt. Puuuh.


