Einmal Gießkanne, bitte!
Einmal Gießkanne, bitte!

Einmal Gießkanne, bitte!

Der kurze und so wunderbare Aufenthalt in dem alten Haus in Tuftegarden neigt sich schon dem Ende entgegen und wir müssen, diesmal schweren Herzens weiterziehen. Gut, mein Kopf ist vermutlich der Einzige, der sich freut, bei all den Beulen durch die niedrigen Türstöcke. Aber wir werden sie vermissen, die Kühe, die morgens auf die Weide getrieben werden, die Schafe und Ziegen, die Waschmaschine und das so gemütliche Haus. Bei der Abfahrt lernen wir noch, dass die niedrigen Türen der Verteidigung des eigenen Hauses diente, da man so nicht aufrecht einfach hinein stürmen konnte. Linda, unser Host, verabschiedet uns extra noch einmal persönlich und auch der Himmel weint ein bisschen mit uns. Nein, wir weinen nicht echt – der Himmel leider schon. Das erste Mal auf unserer Reise regnet es in Strömen, herrscht graue Suppe, wohin man sieht. Die Natur benötigt es: teilweise sieht es durch die anhaltende Trockenheit schon aus, wie im Herbst. Wir benötigen es eher nicht. Und so gibt es keinen Abschied mit Freilichtmuseum und kein letzter Blick in die Berge und auf den Gletscher. Nichts davon sehen wir, als wir und Richtung Geirangerfjord bewegen. Selbst die freilaufenden Schafe scheinen sich verkrochen zu haben.

Und dann, plötzlich, durchkreuzte zum Abschied eine Herde Ziegen unseren Weg, besser gesagt, die Straße. Und die wollten da gar nicht mehr weg!?! Glücklicherweise nehmen ein paar Ortskundige das Ruder in die Hand und versuchen die Ziegen doch zum gehen zu bewegen. Keine Ahnung, ob Böcke dabei waren, aber sie waren stur. und so pferchten sich die ersten Autos die nun ziemlich eng gewordene Straße entlang und vorbei an der Ziegenherde. Ein wirklich schönes Bild und besonders amüsant für die Kinder auf der Rücksitzbank.

Wir suchen uns dank des Regens also ein Highlight indoor statt Aussichtspunkte oder Wanderstops anzufahren und werden am Nordfjord in Eid fündig: Das einst hier gefundene, 30 Meter lange (!) Wikingerschiff, originalgetreu nachgebaut und mit viel Informationen bestückt. Und das Beste: man darf es betreten und selbst in die Rolle des Wikingers schlüpfen. Vermutlich ruht dieser in jedem Norweger, irgendwo ganz tief drin und wartet darauf, spätestens in Sagastad www.sagastad.no entfesselt zu werden. Unseren Kids hats auf jeden Fall gefallen.

Als wir nach dem ein oder anderen Fährstopp fast in der neuen Bleibe in Valldal angekommen sind, noch eine ungeplante Pause. Durch den anhaltenden Regen hatten sich offensichtlich ein paar Gesteinsbrocken gelöst und waren auf die Straße gefallen. Es ist nichts passiert, wir stehen auch sicher im Tunnel… aber da wird einem schnell wieder klar, dass die Natur ihren eigenen Willen hat und man das Herz, das einem gerade in die Hose gerutscht ist, nun erst einmal wieder hochatmen muss. Auch hier sind Ortskundige vor uns in dem Stau, der sich bildet und versichern, dass nun jemand kommt um den Kram wieder wegzuräumen. Ein Warndreieck wurde auch geopfert und so rollt der Verkehr wieder los.

Und auch unsere neue Bleibe, vermutlich aus den dreißiger Jahren, ist ein Traum, diesmal mit eher hohen Decken und großen Fenstern, die wir heil erreichen. Glücklicherweise sehen wir auch noch den entgegenkommenden Riesen-Radlader, der zum Kram wegräumen…

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