Gletscher, soweit das Auge reicht
Gletscher, soweit das Auge reicht

Gletscher, soweit das Auge reicht

Der Plan für den Tag stand bereits am Vortag fest und folgte einer Empfehlung unseres Reiseplans… Eine leichte Familienwanderung zur Gletscherzunge des Haugabreen-Gletscher. Die Rückfahrt sollte mit einem Besuch des nahgelegenen Gletschermuseums und dem Blick auf andere Gletscherzungen abgerundet werden.

Um alles unter einen Hut zu bekommen bereiteten wir uns und unsere Ausrüstung gewissenhaft für den nächsten Tag vor. Am morgen mussten wir jedoch feststellen, dass sich noch keine echte Routine (wie beispielweise beim Bettenwechsel) eingestellt hat. So zog sich das Zusammensuchen der letzten wenigen Kleinigkeiten dann doch etwas länger als geplant. Letztendlich machten wir uns dann aber auf den Weg und gelangten über eine private Schotterpiste auf den Wanderparkplatz. Mit etwas Glück und nah am Abgrund ergatterten wir auch noch den vorletzten Parkplatz. Ausgerüstet mir Kraxe, Essen und Trinken und etwas Warmen zum überziehen (ein eisiger Wind war in Gletschernähe angekündigt) ging die Reise los. Den Himmel fest im Blick, denn das Wetter sah etwas unbeständig aus.

Anfangs schlängelte sich ein schöner Wanderweg am Gletscherbach/-Fluss entlang, der immer wieder und zum Vergnügen der Kinder von kleinen Rinnsalen durchkreuzt wurde. Nach ca. der Hälfte der Strecke zog diese aber merklich an. Wir mussten schließlich parallel zum Wasserfall irgendwie über die Kuppe kommen. Der Weg wurde steiler und steiniger und war manchmal auch nicht mehr wirklich als Weg zu erkennen. Ein paar Wanderer vor uns, ein paar überholten uns und die ersten befanden sich bereits auf dem Rückweg. So konnten wir recht gut erahnen, wo es entlang gehen sollte. Kurz vor dem Ziel passierten wir nochmal eine kleine Brücke und stiegen dann die letzten Meter über die abgeschliffenen Felsen nach oben. Am höchsten Punkt wehte uns wirklich ein eisiger Wind entgegen. Schnell in die warmen Klamotten, etwas zum stärken gegessen, umschauen und Fotos machen. Leider verhieß der Himmel nicht das Beste und so machten wir uns zügig wieder auf den Rückweg. Diesmal leider ohne andere Wanderer als Anhaltspunkte für den Weg, durch das steile und steinige Labyrinth. Aber unsere GPS Gerät versicherte uns, dass wir hier auch tatsächlich hochgekommen sind. Die schlimmsten Passagen hatten wir vor dem einsetzenden Regen hinter uns gebracht und liefen dann den Wanderweg etwas zügiger zurück zum Auto. Nachdem jeder wieder in trockenen Sachen, erneut gestärkt und die Laune mit zusätzlichen Süßigkeiten aufgebessert wurde, fanden wir alle, dass es eine schöne Wanderung war 🙂

Auf dem Heimweg hielten wir unter etwas Protest noch am Gletschermuseum. Nach einem neuen und sehr beeindruckenden Film über den Gletscher (der alte lief 20 Jahre lang), sehr viele schöne anschauliche Erklärungen, einem Eisbär, drei Mammuts, einer nachgebauten Gletscherhöhle usw. bestand aber auch hier Einigkeit über die gelungene Ausstellung.

Die letzten Meter vor dem Ziel kamen uns noch ein paar rennende Schafe auf der Passstraße entgegen – vermutlich wurde auch zur Bettruhe gerufen. Da waren sie ein paar Minuten früher dran als wir.

Zu Hause angekommen gab es „Würstchensuppe“ (Kartoffelsuppe mit Würstchen) , eine warme Dusche und ein weiches Bett.

Schön war’s – aber auch anstrengend…

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