Am Morgen, wenn alles noch still ist, kann man sich auf die Terrasse setzen, einen heißen, frisch gebrühten Kaffee in der Hand und einfach die Ruhe und das letzte Mal den Ausblick genießen. Auch das ist Urlaub. Für Martin, heute morgen.
Während unsere Nachbarn bereits um halb 10 Richtung Fähre und Heimfahrt aufbrechen, lässt es der Rest der Familie heute morgen etwas ruhiger angehen. Leider zu ruhig, wie wir später feststellen mussten. Unser Plan auf einer Nebenstrecke eine Fähre zur Überfahrt im größten Fjord, dem Sognefjord, zu benutzen scheiterte leider. Im Gegensatz zu den bisher genutzten Fähren, die ständig und zu jeder Tageszeit hin- und hertuckern, fuhr die Fähre nur zweimal am Tag und am Morgen leider ohne uns. Im Nachhinein betrachtet, konnten wir dadurch zwar nicht unser gewünschtes Zwischenziel erreichen, dafür sind wir aber bei bestem Wetter die Küstenstraße des Sognefjords entlang gefahren und hatten ein Picknick auf einem Campingplatz mit fantastischem Rundumblick. 20 km später treffen wir wieder auf die vielbefahrene Europastraße und nehmen die nächst beste Fähre zur Überfahrt.
Zum anderen gelangen wir auf dieses Weise und bei der Suche nach Sehenswertem auf der Strecke an den Wasserfall Eikelandsfossen, Zugegeben, die kleine Wanderung zum Plateau am Rande des Wasserfalls war etwas abenteuerlich, in schlecht ausgerüsteten Turnschuhen. Aber mit vorsichtigen Tritten und einander helfenden Händen war auch dies schnell geschafft und gab den Blick auf die laut rauschenden Wassermassen frei.
Früher als gedacht erreichen wir den kleinen Hof Tuftegarden, um dort erste Erkundungen anzustellen, Bei Kühen, Ziegen und Traktoren fühlen sich unsere Kinder sichtbar wohl. Wir wohnen in einem alten Haus mit Bestandteilen aus dem 16. und 17. Jahrhundert – bis auf das Bad, wie uns die Besitzerin versicherte. Alles ist toll hergerichtet. Nur mein Kopf, der muss sich erst an die neue Umgebung gewöhnen. Bestimmt 6 oder 7 mal habe ich mich bereits an den niedrigen Türstürzen gestoßen- Eine sehr ungünstige Höhe für mich – so ein Bauarbeiterhelm wäre hilfreich. Martin meint, ich müsse mit Schmerz lernen. Mal sehen, ob sich der Lerneffekt noch einstellt…




