Endlich war es soweit. Aufgrund einiger gesundheitlichen Einschränkungen startete unser Projekt „unsere Tochter bekommt Ihren ersten Brei“ etwas später als geplant. Doch dies sollte unserer Motivation keine Minderung verschaffen. Samstag früh stand ich also, hochmotiviert, wahnsinnig nervös in der Küche und schälte eine Pastinake. Zur Sicherheit nur eine, man weiß ja nicht, von welchem Gourmethimmel unser Sternchen gefallen ist. Desweiteren hatten wir die Woche zuvor die Pastinake selbst probiert. Man muss ja schließlich wissen, was man da an seinen Nachwuchs verfüttern möchte. Die Entscheidung war gefallen, dass ich versuchen wollte, alles selbst zu kochen. Biologisch pädagogisch wertvoll, aus kontrolliertem Anbau, naja eben das volle Pogramm. Mit einer unübersehbaren Detailliebe nahm ich das arme Würzelchen also auseinander. Man will ja nichts Schlimmes verfüttern. Also stand ich da und wartete, dass das Gemüse gar und mein Puls wieder runter geht. Unsere Tochter, nichts ahnend, betrachtete verstört, wie der Papa die Videokamera aufs Stativ verfrachtete und strategisch günstig vor den Wohnzimmertisch platzierte. Lätzchen, Spuktücher, Fläschchen, Löffel- und Tellerchen (ist ja alles furchtbar verniedlicht und klein) – alles lag griffbereit. Zwischenzeitlich machte das Gemüse Bekanntschaft miiit deeeeeem Mixer (wie bei Froop…). Alles aufs Tellerchen, Töchterchen aufs Schößchen, Videokamera läuft und Action!
Was soll ich dazu noch sagen. Verstört und beobachtet vom schwarzen Apparat wurde Emilia plötzlich von einem Löffel heimgesucht. Insgesamt wurden es auch knapp 15 Stück, danach war erst einmal genug Interesse ans Neue verschwendet und man oder besser unsere Tochter sehnte sich zurück zur guten alten Tradition. Mama, her mit der Milch…
Morgen gehts weiter. Aber fürs Erste war der Erfolg ja doch ganz stattlich.