Am Samstag hatte ich ein Jubiläum. Das erste Treffen meines Abiturjahrgangs seit einigen Jahren. Wie viel, dass möchte ich nicht äußern 😉 Aber es war schon ein Schock, als mir vor einem halben Jahr die Einladung in meinen virtuellen Briefkasten flatterte. Vorfreude machte sich breit. Was werden die anderen erlebt und zu erzählen haben? Und gleichwohl gibt es einem zu denken, dann man beschäftigt sich auch mit sich selbst. So alt bin ich also schon. Bin ich mit dem zufrieden, was ich erreicht habe…?
Der Tag rückte näher. Ich dachte über die Klamotten nach (ich bekam den Typ möglichst viel von meinem Dekolté zu zeigen…), wie ich am Besten meine Haare zu stylen habe – ich bin eben auch eine Frau und mache mir dementsprechend solche Gedanken.
Geschniegelt und gebügelt ging es zum verabredeten Treffpunkt (Zeit ist bei Frauen ja relativ aber ich hatte eine gute Ausrede und war nicht die Letzte…). Aufgeregt war ich natürlich auch. Ich betrat einen Raum, der mir wie aus alter Zeit vorkam und doch sehr neuartig wirkte. Komisch, gerade die Mädchen von damals erkannte ich leicht wieder – bei manchen Herren jedoch war die Verwandlung enorm und viele sind scheinbar erst nach dem Abschluss zu einem Mann geworden. Rein äußerlich meine ich jetzt. Die Gespräche waren toll. Und der Eindruck vom letzten Aufeinandertreffen bestätigte sich erneut: Manch einer, der zu Hause geblieben, in der Nähe studiert und auch heute noch jedes Wochenende nutzt, um nach Hause zu fahren und die alten Kumpels jede Woche mit einem gemeinsamen Bier heimsucht scheint sich am wenigsten weiterentwickelt zu haben und klagt nun sein Leid darüber. Die anfängliche Aufregung hatte sich schnell gelegt und so freute ich mich riesig über die ein oder andere Begegnung und Unterhaltung. Klar, Leute mit denen man früher schon auf einer Wellenlänge schwamm, sind immer noch näher als man glaubt. Natürlich ist auch: Andere Zicken die man noch nie abhaben konnte, werden einem auch heute nicht sonderlich nahe oder vielleicht sogar eine Unterhaltung wert sein.
Alles in allem war es ein lohnenswerter Abend. Ich hätte es bereut, wäre ich nicht hingegangen. Und es hilft, den ein oder anderen lieb gewonnene Freundschaft von früher durch den Kontakt von heute zu reanimieren. Und das Alter und die vergangenen Jahre spielen plötzlich keine Rolle mehr…